FORUM – Epilepsie und Führerschein

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22 Gedanken zu „FORUM – Epilepsie und Führerschein

  • 11. Januar 2017 um 11:01
    Permalink

    Ich hatte bis jetzt 5 Anfälle im Schlaf.Wenn Ich jetzt ins Krankenhaus gehe ,wird mir der Führerschein von der Behörde entzogen?

    Antwort
  • 24. Juli 2016 um 12:12
    Permalink

    Ich habe eine Frage zur Ausbildung L17: bei meinem Kind wurde vor ca. fünf Jahren eine leichte fokale Epilepsie diagnostiziert. Da die medikamentöse Einstellung in den letzten fünf Jahren gleich blieb – heute ist meine Tochter 16 Jahre alt – bekam sie vor drei Monaten, im Zusammenhang mit Übermüdung, einen leichten Anfall, nach anfallsfreien vier Jahren! Dadurch wurde die Dosierung angepasst.
    Nach Rücksprache mit dem behandelnden Neurologen, wäre es von seiner Seite in Ordnung, wenn sie die Ausbildung L17 macht, da immer ein Begleiter für die nächsten 3000km mitfahren muss. Für mich steht außer Diskussion, dass sie die Erlangung des endgültigen Führerscheins erst nach nachgewiesener Anfallsfreiheit von einem Jahr erhält und dann erst alleine im Straßenverkehr unterwegs sein darf.
    Trotz Vorlage eines entsprechenden Schreibens vom behandelnden Neurologen, wurde nur aufgrund der Diagnose Epilepsie die Bewilligung zur Fahrerlaubnis für den L17 vom Amtsarzt sehr unhöflich abgelehnt. Wir dürfen aufgrund eines Bescheides dagegen ein Rechtsmittel einlegen.
    Meine Frage ist, ob es eine Aussicht auf eine positive Entscheidung gibt, da die Praxisfahrstunden, die mir als Mutter sehr wichtig sind, nur mit Begleitung gefahren werden dürfen und auch die Epilepsie-Diagnose ebenfalls als sehr gering eingestuft ist.
    Vielen Dank vorab für die Bearbeitung und Beantwortung! Herzliche Grüße E.

    Antwort
  • 24. Juni 2016 um 14:40
    Permalink

    Hallo ,ich glaube hier wird mir geholfen. Ich hatte vor gut 10 Jahren ein Anfall im Auto wo ich dann von der Straße abgekommen bin, es wurde niemand verletzt und auch kein Sachschaden entstanden. Ich bin dann mit RTW ins Krankenhaus gebracht worden .Polizei war auch vor Ort hatte wohl alles aufgenommen !Musste jedenfalls darauf hin zur Führerscheinstelle ,der meinte nur sie wissen was jetzt kommt entweder geben sie mir den Schein freiwillig oder er wird eingezogen .Ich gab ihn dann freiwillig ab er gab mir das Bild vom schein und sagte danke .Und nun meine frage Wie steht meine Chance das ich ihn wieder bekomme und was muss ich alles machen ?danke Matthias

    Antwort
    • 25. Juni 2016 um 20:17
      Permalink

      Sehr geehrter Matthias!

      Hatten Sie nur einen Gelegenheitsanfall oder erhielten Sie offiziell die Diagnose Epilepsie???

      Dies ist wichtig!

      Auch ist die Dokumentation durch einen begutachtenden Neurologen erforderlich.

      Beispiel:
      Einmaliger Krampfanfall aufgrund von Schlafentzug, keine Auffälligkeiten im EEG, andere Untersuchungen auch ohne Befund, keine Epilepsie Therapie nötig, da kein Fokus, Fahrverbot für Gruppe 1: 3 Monate
      Fahrverbot für Gruppe 2: 6 Monate

      Kontrolluntersuchung bei begutachtendem Neurologen nach 3 Monaten wegen Fahrkarenzaufhebung für Gruppe 1, weitere Kontrolluntersuchung nach weiteren 3 Monaten wegen Fahrkarenzaufhebung für Gruppe 2.
      Das halbe Jahr Fahrkarenz ist somit abgesessen.
      Weitere Kontrolluntersuchungen jährlich, dann weniger. Das sieht wie folgt aus:

      1 EEG jährlich, ab Fahrkarenzaufhebung für Gruppe 2 die nächsten fünf Jahre (fünf EEG s)
      dann weniger das heißt nach dem letzten EEG welches die fünf jährige Anfallsfreiheit belegt müssen weitere EEG s erfolgen nach 1 Jahr, dann nach 2 Jahren und das letzte nach 4 Jahren.

      Zur Behörde:
      Um wieder offiziell fahren zu können, ist ein Gutachten nötig, welches selbst finanziert werden muss. Es können Schlafentzugs EEG, 24Stunden EEG s, Kernspintomographie und und und anfallen um ein brauchbares Gutachten zu erhalten.
      Haben Sie ein für Sie brauchbares Gutachten, so wird die Behörde Ihren Führerschein im Regelfall genehmigen.

      Da Ihr Vorfall zehn Jahre zurück liegt haben Sie nach BRD-Gesetz alle Rechte an Ihrem alten Führerschein verloren. Dieser muss nun neu beantragt werden, alle Pflichtstunden müssen in einer Fahrschule abgeleistet werden und eine praktische und theoretische Prüfung muss abgelegt werden.

      Ihre Patientendaten aus der Patientenakte können von Behörden, Gerichten und Versicherungen nur 15 Jahre gegen Sie verwendet werden. Das heißt 15 Jahre nach Führerscheinentzug muss die Führerscheinstelle Ihren neuen Antrag genehmigen.

      Um Ihren Fall genauer beurteilen zu können müsste ich Folgende Informationen haben:

      Anfallsart, Anfallsauslöser und der wievielte Anfall???

      Erhielten Sie offiziell die Diagnose Epilepsie oder handelt es sich nur um einen Gelegenheitsanfall, welcher keine Diagnose einer Epilepsie rechtfertigt???

      Hatten Sie Epi-Auffälligkeiten in EEG s oder anderen Untersuchungen, z.B. Spike-Wave oder Sharp-Wave Komplexe etc.???

      Kamen bei Ihnen Medikamente z.B. Loracepam, Keppra oder diverse Anti Konvulsiva zum Einsatz???

      Kamen Sie Ihrer Dokumentationspflicht über Ihre Anfallsfreiheit nach, nahmen Sie an allen erforderlichen Kontroll EEG s bei einem Neurologen teil und zu welchem Ergebnis kam dieser???

      Wer alles besitzt von Ihnen Epilepsie bezogene
      medizinische Daten???

      Welche Führerscheinklassen besaßen Sie und welche wollen Sie wieder erlangen???

      Wie viele Führerscheinanträge stellten Sie seit dem Entzug???

      In welchem Land wurde Ihr Führerschein entzogen und in welchem Land wollen Sie diesen neu beantragen ???

      Tätigen Sie bitte nichts überstürzt, gerade mit Behörden ist immer Vorsicht geboten !!!

      Gruß aus Deutschland Heini 88

      Antwort
  • 2. Juni 2016 um 17:12
    Permalink

    Zur allgemeinen Übersicht:

    Weltweite Regelungen für Menschen mit Epilepsie zum Führen eines PKW im privaten Bereich

    Ständiges Fahrverbot herrscht in folgenden Ländern:

    Bulgarien, China, Estland, Ghana, Indien, Korea, Mexico (vom jeweiligen Bundesstaat abhängig), Pakistan, Ruanda, Russland, Singapur, Taiwan, Türkei, Usbekistan, Zentralafrika;

    24 Monate Fahrverbot herrscht in folgenden Ländern:

    Andorra, Australien, Belgien, Dänemark, Ägypten, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Island, Irland, Israel, Italien, Luxemburg, Malaysia, Norwegen, Portugal, Slowenien, Südafrika, Spanien, Schweden;

    12 Monate Fahrverbot herrscht in folgenden Ländern:

    Australien, Bermudas, Brasilien, Deutschland, Kanada, Malta, Niederlande, Neuseeland, Pakistan, Rumänien, Saudi Arabien, Senegal, Schweiz, Großbritannien, Uruguay, Zypern;

    Ein vom Anfallstyp abhängiges Fahrverbot herrscht in folgenden Ländern:

    Australien, Ägypten, Belgien, Dänemark, Deutschland, Dominikanische Republik, Frankreich, Griechenland, Island, Israel, Kanada, Kroatien, Malta, Niederlande, Neuseeland, Nikaragua, Polen, Slowenien, Sri Lanka, Schweden, Schweiz, Großbritannien, Uruguay;

    Dies sind nur grobe Angaben, da ich nicht weis, wie diese Regelungen in den jeweiligen Ländern gehandhabt werden. Auch ist nirgendwo herauszufinden was in Ländern wie Bulgarien, China oder Indien unter ständigem Fahrverbot zu verstehen ist.

    Beispiel zu ständigem Fahrverbot aufgrund von Schlaganfall oder Narkolepsie in Deutschland:

    Nach bereits einem Schlaganfall ist man nach deutschem Verkehrsrecht zum Führen von Fahrzeugen der Gruppe 2 (LKW,Bus) eigentlich lebenslang nicht mehr geeignet.
    Patientendaten können nach der in Deutschland herrschenden Rechtslage maximal 15 Jahre gegen den jeweiligen Patienten von Behörden, Gerichten und Versicherungen verwendet werden.
    Das heist im Klaartext wenn ein Schlaganfallpatient 15 Jahre anfallsfrei war und keine weiteren medizinischen Daten diesbezüglich entstanden sind ist dieser wieder zum Führen von Fahrzeugen der Gruppe 2 geeignet. So sieht ständiges Fahrverbot in Deutschland aus.

    Wie es mit Verjährungsfristen in Ländern mit ständigem Fahrverbot aussieht versuche ich zu recherchieren.

    Gruß aus Deutschland Heini 88

    Antwort
  • 2. Juni 2016 um 17:12
    Permalink

    Wer sich von Euch für die rechtliche Situation in der Schweiz bezüglich Epilepsie und Führerschein
    interessiert kann unter dem Begriff

    Epilepsie und Fahrtauglichkeit
    Aktualisierte Richtlinien der Verkehrskommission der Schweizerischen Liga gegen Epilepsie (SLgE)
    nachhacken.

    Auf dieser Seite wird die rechtliche Situation in der Schweiz genauestens beschrieben.

    In einem vorherigen Beitrag habe ich schon einmal die rechtlichen Auflagen von Deutschland und Österreich verglichen und habe versucht die rechtliche Situation in der Schweiz zu erläutern.

    Die von mir geschilderte Schweizer Rechtslage zu Führerscheingruppe 2 stammt vermutlich von vor 1995. Die Mindestfahrkarenz für Gruppe 2 beträgt in der Schweiz 2 Jahre für die Führerscheinklasse C, C1 und D1 und Taxi.
    Führerscheinklasse D wird gesondert betrachtet und benötigt 5 Jahre Anfallsfreiheit ohne Medikamente jedoch schon nach einem Gelegenheitsanfall.
    Diese Auflagen sind im Vergleich zu den Deutschen Auflagen schärfer.

    Unter Punkt 6 werden auch die rechtlichen Situationen von Lokführern und Piloten grob geschildert.

    Da über Krankheiten allgemein massenweise Halbwissen, Gerüchte und Unwissen in Umlauf ist, versuche ich für Euch an allen Fronten nach zu hacken und derartige rechtliche Sachverhalte klar zu stellen und nach ausführlicher Recherche verständlich zu erklären.

    Antwort

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