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Anfallsarten Druckansicht öffnen
In der Bevölkerung ist Epilepsie gleichgesetzt mit dem großen epileptischen Anfall.
Häufig wird argumentiert, daß der Patient keine Epilepsie habe, weil er offensichtlich nicht an großen epileptischen Anfällen leidet. Diese Meinung ist ganz falsch. Es gibt sehr viele verschiedene Formen epileptischer Anfälle, die bei den verschiedensten Epilepsien vorkommen, zum Teil bei ein und demselben Patienten bis zu sieben verschiedene Anfallsformen. 

Was ein Patient an "Anfallsartigem" erlebt, häufig vor Verlust des Bewußtseins (die sogenannte AURA), ist bereits ein epileptischer Anfall. Diese weniger dramatischen Störungen sind für den Arzt besonders interessant. Sie sollten daher vom Patienten und seinen Angehörigen besonders sorgfältig studiert und dann dem Arzt berichtet werden. Bei der Einteilung epileptischer Anfälle unterscheidet man zwischen generalisierten (bei denen beide Hirnhälften von Beginn an abnorm tätig sind) und fokalen Anfällen. 

Bei fokalen Anfällen sind nur umschriebene Hirnabschnitte krankhaft tätig. Fokale Anfälle gehen einher bei erhaltenem Bewußtsein (fokal-einfache Anfälle) oder bei gestörtem Bewußtsein (fokal-komplexe Anfälle). Jeder fokale Anfall kann sich auch zu einem großen Anfall weiterentwickeln (=fokal eingeleiteter, generalisierter tonisch-kloni-scher Anfall). Zu den fokal-einfachen Anfällen gehören abnorme Bewegungen, abnorme Sinneseindrücke, abnorme Gefühle, Sprachstörungen, die plötzlich auftreten und vieles andere mehr. 

Bei fokalkomplexen Anfällen, der häufigsten Anfallsart im Erwachsenenalter, beginnt der Anfall mit den erwähnten fokal-einfachen Anfällen, es kommt dann zu einer Bewußtseinsminderung oder Bewußtlosigkeit. In dieser Bewußtlosigkeit kann der Patient verschiedene, z.T. recht komplizierte Handlungen ausführen. Bei den generalisierten Anfällen unterscheidet man Absencen (Abwesenheit), Zuckungen (Myoklonien), Sturzanfälle (atonische Anfälle) und generalisierte tonisch-klonische Anfälle (großer Krampfanfall mitbeidseitigen Krämpfen, oft, aber nicht unbedingt, mit Zungenbiß, Verletzung im Sturz durch Anfall, unwillkürlicher Harnabgang).


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