Implantierbares Gerät soll Epilepsie-Anfälle stoppen

[auch in ZAK 24]

Ein kleines implantierbares Gerät soll epileptische Anfälle künftig frühzeitig erkennen und stoppen.

Über die Messung elektrischer Gehirnströme lasse sich im Labor ein Anfall bereits lange vor den ersten äußeren Symptomen erkennen, erläuterte Professor Felix Rosenow vom Epilepsie-Zentrum des Universitätsklinikums Marburg.
Das neue Gerät solle durch eine intelligente Software zudem binnen Sekunden auf einen nahenden Anfall reagieren und ihn durch elektrische Impulse im Hirn sofort stoppen.
Das Marburger Forschungsprojekt erhielt auf der Messe MEDICA in Düsseldorf einen der elf Preise für Medizintechnik.
Mit dem Preisgeld von 200 000 Euro sollen die jeweiligen Verfahren marktreif gemacht werden.
Falls weitere Experimente erfolgreich seien, dauere es allerdings noch mindestens fünf Jahre, bis das Gerät auf den Markt komme, betonte Rosenow.
„Ein wesentlicher Punkt der nun kommenden Arbeiten ist es, die mathematischen Formeln zur Anfallserkennung zu verbessern“.
Bei Ratten lasse sich ein Anfall bereits vor dem Auftreten der klinischen Symptome feststellen und auch unterbrechen. Allerdings funktioniere das bislang nur mit größeren Geräten:
„Elektroden, die auf der Hirnoberfläche sitzen, detektieren den Anfall, zwei Tiefenhirnelektroden unterbrechen ihn.“
An der Entwicklung des neuen Gerätes „EpiBloc“ sind auch das Epilepsiezentrum Kehl-Kork und das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart beteiligt.

Marburg (dpa)